DALIKO
Ausstellung der SymposiumsteilnehmerInnen
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© 2017 DALIKO
Galerie

Seit 2012 zeigt die Galerie DALIKO in Krems ein facettenreiches Programm von namhaften zeitgenössichen KünstlerInnen. Der Erfolg und das große Interesse an Kunstprojekten lieferten den Anstoß, 2016 den Verein DALIKO - österreichische Galerie und Projektwerkstatt für zeitgenössische Kunst und internationalen künstlerischen Dialog zu gründen.

Der Verein lädt etablierte heimische und internationale KünstlerInnen ein, ihre Arbeiten in der Galerie auszustellen und vermittelt vor allem KünstlerInnen aus Niederösterreich Ausstellungsangebote in ausgewählten Ländern. Darüber hinaus initiiert und kuratiert der Verein länderübergreifende Projekte und führt Workshops, Seminare, Kurzfestivals und Symposien durch.

Ausstellung der SymposiumsteilnehmerInnen

Im Rahmen des diesjährigen Internationalen Bildhauersymposiums haben sieben Kunstschaffende über einen Zeitraum von drei Wochen hinweg Arbeiten zum Thema 5 Elemente geschaffen, die für den öffentlichen Raum der Gemeinde Paudorf bestimmt sind.

 

Die teilnehmenden Bildhauerinnen und Bildhauer kommen aus vier Ländern: Heidi Tschank, Karl-Heinz Schreiner und Heinz Körner, der Organisator und künstlerische Leiter des Symposiums, sind in Österreich zu Hause; Alexander Faley lebt und arbeitet in Weißrussland; Leopold „Poldi“ Habermann reiste aus Tschechien an, während Vasile Soponariu und Paul Popescu aus Rumänien zu Gast sind – ebenso wie der plain air-Maler Mircea Titus Romanescu, der in Kooperation mit dem Symposium von der Galerie Daliko als artist in residence eingeladen wurde.

 

In der Galerie Daliko findet auch die von Dalia Blauensteiner kuratierte Ausstellung statt, die die Arbeiten der Künstlerin und der sieben Künstler vereint. Auch diese Werke der Symposiumsteilnehmenden weisen Bezüge zu den fünf Elementen auf, die sich nicht in ihrer Matrialität erschöpfen.

 

Heidi Tschank war u.a. Meisterschülerin in der Bildhauerei-Klasse von Prof. Wander Bertoni an der Wiener Universität für angewandte Kunst und absolvierte dann ein Magisterstudium der Philosophie. In der Galerie Daliko zeigt die Bildhauerin u.a. zwei Marmorskulpturen, die würfelförmige Plinten und Kapitelle mit fließenden weiblichen Körperformen kombinieren. In vielen Arbeiten von Heid Tschank geht es um den weiblichen Körper – und um die Liebe, jene Kraft, die Luc Besson im gleichnamigen Film aus dem Jahr 1997 als Das fünfte Element bezeichnet.

 

Der Bildhauer, Bildkünstler und Restaurator Heinz Körner, der zum wiederholten Mal das Internationale Bildauersymposium als künstlerischer Leiter betreut, greift mit seinem Werk Umarmung abstrahierend die Besson’sche Interpretation des fünften Elements auf: Zärtlich umschlingen sich zwei Alabaster-Formen und erinnern dabei sowohl an die Doppelhelix der DNA-Stränge wie auch an den Ouroboros, die sich selbst in den Schwanz beißende Schlange als Urbild der ewigen Wiederkehr.

 

Insbesondere mit den Elementen Licht und Wasser beschäftigt sich der Maler und Raumgestalter Karl-Heinz Schreiner, der zudem Germanistik und Geschichte studierte. Schreiner wurde von Bob Gedat als „Hundertwasser Schüler, der nie wirklich auf seinen Lehrmeister gehört hat“ bezeichnet. In der Ausstellung sind u.a. zwei seiner Gemälde (Acryl auf Holz) zu sehen, in denen er gleissende Lichtreflexe auf Wasser sowie das Flirren des Elementes Luft nahezu schwindelerregend eingefangen hat.

 

Der Grafiker, Maler und Metallkünstler Alexander Faley studierte Industriedesign am Technologischen Institut im weißrussischen Vitebsk. Aus Altmetall erschafft er faszinierende mechanisch-anmutende Insekten, rätselhafte Gefährte sowie zugleich kostbar und ominös wirkende Objekte, die einer vergangenen Zukunftsvision eines Jules Verne oder einer Steam-Punk-Phantasie entsprungen sein könnten.

 

Auch der tschechische Kunstschaffende Leopold „Poldi“ Habermann arbeitet bevorzugt mit dem Werkstoff Metall. An der Prager Kunstschule erlernte er die Kunst des Schmiedens und Metallgestaltens. Er ist der Schöpfer geometrisch-abstrakter Raumskulpturen, aber auch tänzerischer Wesen und apokalyptischer Tiere, deren geschwärztes Metall und fließende Linien sie so wirken lässt, als seien sie noch heiß und gerade rechtzeitig dem Element Feuer entkommen.

 

Der Bildhauer Vasile Soponariu erwarb sein Diplom als Künstler an der Akademie der Bildenden Künste in Bucharest. Für die Präsentation in der Galerie Daliko wählte er drei Bronzeskulpturen aus, die enigmatische Wesen formieren und an die Strömung Jugendstil erinnern. Die melancholische Wasserkönigin mit der Perle wie auch die beiden symbiotisch miteinander verwachsenen Paare scheinen in ihre eigene Gedankenwelt versunken zu sein und strahlen eine kontemplative Dynmik aus.

 

Der Steinbildhauer Paul Popescu krönte seine künstlerische Ausbildung zuletzt mit einem Doktorat in Skulptur an der Hochschule für Kunst und Design in Timisoara.

In der Galerie Daliko zeigt der Bildhauer drei Frauenskulpturen, u.a. eine zugleich ätherisch und stark wirkende Frau, die sich aus dem Stein schält um dem Wind entgegen in die Höhe zu wachsen.

 

Auch Mircea Titus Romanescu studierte an der Hochschule für Kunst und Design in Timisoara. Neben einem künstlerischen Abschluss erwarb er auch einen MA im Bereich Visual Art Management. Der artist in resident der Galerie Daliko ist in der Ausstellung mit expressiver plain air-Malerei vertreten, die von ihrer Farb- und Formensprache mitunter an den Tanger-Zyklus von Paul Klee erinnern.

 

Dalia Blauensteiner hat die Ausstellung mit den vielfältigen Beiträgen nicht nur kuratiert, sie hat für das Internationale Bildhauersymposium auch ein Emblem geschaffen, das die Arbeiten in ihrer Vielfalt eint: Ein Rechteck und zwei davon teilweise überlagerte Kreise formieren sich zu dem Acronym IB (Internationales Bildhauersymposium) und stehen gleichzeitig für die primären Werkstoffe der Bildhauerkunst: Stein, Metall und Holz. Wer will, kann in dem Umriss des steinernen Rechtecks auch die Form eines Gemäldes sehen – und in den zwei Kreisen eine Acht, die für die Anzahl der Kunstschaffenden und für die Unendlichkeit, auch die Unendlichkeit der Kunst, steht.

 

Barbara Margarethe Eggert