DALIKO
Kornelijus Užuotas & Martynas Gaubas EMPTOR HORTUS
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© 2017 DALIKO
Galerie

Seit 2012 zeigt die Galerie DALIKO in Krems ein facettenreiches Programm von namhaften zeitgenössichen KünstlerInnen. Der Erfolg und das große Interesse an Kunstprojekten lieferten den Anstoß, 2016 den Verein DALIKO - österreichische Galerie und Projektwerkstatt für zeitgenössische Kunst und internationalen künstlerischen Dialog zu gründen.

Der Verein lädt etablierte heimische und internationale KünstlerInnen ein, ihre Arbeiten in der Galerie auszustellen und vermittelt vor allem KünstlerInnen aus Niederösterreich Ausstellungsangebote in ausgewählten Ländern. Darüber hinaus initiiert und kuratiert der Verein länderübergreifende Projekte und führt Workshops, Seminare, Kurzfestivals und Symposien durch.

Kornelijus Užuotas & Martynas Gaubas emptor hortus

13.05.-02.06.2017

Vernissage  Fr 12.05., 19 Uhr

Ausstellung gefördert durch:

     

Nicht geernteter GARTEN

Die beiden international bekannten Künstler aus Litauen, der Maler Kornelijus Užuotas und der Bildhauer Martynas Gaubas verstehen das Wort “Garten“ als eine Metapher für das Schaffen und das Leben.

Zu Kornelijus Užuotas Schaffensgebieten zählen Malerei, Skulptur und Poesie. Sein thematisches Spektrum ist überaus breit gefasst und reicht von idyllischen Landschaftsbildern über symbolische und abstrakte Kompositionen bis hin zu akademischen menschlichen Darstellungen. Er selber definiert sich als Porträtist: In seinem Schaffen verwandeln sich das im Alltag Erlebte und Gefühlte in Gemälde. Das Bild „Verlust“ entstand zum Beispiel nach einem längeren Aufenthalt im Krankenhaus. Generell vermitteln die Kunstwerke von Kornelijus Užuota Gedanken über den Wert der menschlichen Aufrichtigkeit, die Nähe zur Natur, über einfache und natürliche Gefühle wie Trauer (das Bild „Verlust“), Melancholie (das Bild „Melancholie“), Genuss (die Bilder „Süß“ und „Urlauberin“), Sicherheit (das Bild „Obdach“) usw. Seine Arbeiten sind in erster Linie Farbigkeit und Farbwandlung. Die Hintergrundfarben sind in kontinuierlicher Bewegung, migrieren in figurative Farben, mischen sich spielerisch und ermöglichen unerwartete Entdeckungen. Für seine Improvisation bezeichnend sind die Interaktion und der Dialog – diese gehören zur Argumentation der Werke.

Der Maler und Bildhauer Martynas Gaubas traut sich, mit seinen Werken aus der Menge hervorzustechen. Obwohl (oder weil?) man seine Arbeiten als extravagant und schockierend bezeichnen kann, werden sie gerne gekauft und in der ganzen Welt ausgestellt. Am meisten berühmt wurde er möglicherweise durch seine in China geschaffene Eisskulptur „Litauerin“.
Martynas Gaubas ist ein Vertreter der ironischen Kunst. Seine Werke enthalten oft subtile Anspielungen. Ich denke, dass seine Kunst aus dem Spiel entsteht. Obwohl Martynas Gaubas Design studiert hat, arbeitet er auch in den Bereichen Malerei und Grafik, doch gilt seine Präferenz der Skulptur. Hier schafft er einen unverwechselbaren künstlerischen Ausdruck, denn er macht sich frei von herkömmlichen Standards und gängigen Schönheitsidealen. Er entdeckt Attraktivität und Faszination in hässlichen Formen, erschafft dicke nackte Frauen (Skulptur "Einfache litauische Teich Nixe") und Männer, die Lichtjahre entfernt sind vom Ideal einer Venus oder eines Apollo (Skulptur „Optimismus I).

Ein wichtiges Merkmal des künstlerischen Schaffens von Martynas Gaubas ist die freie Interpretation des Gesehenen. Er vermag paradoxe Bedeutungen zu kreieren, Eventualitäten hervorzuheben.Mancher seiner Kompositionen wirken kühl und rational zusammengesetzt, andere scheinen nur vom Gefühl bewirkt. Und doch verbindet sie alle ein ironischer, spielerischer und scherzender Ansatz.

Jeder Mensch ist anders, hat eigene Ansichten, Meinungen, sie sind alle so unterschiedlich wie Äpfel im Schnee - einer verschwindet schnell, der andere wird für eine längere Zeit rot liegen bleiben …( Kornelijus Užuotas Bild „Nicht geernteter Garten“).

Zwei Autoren, zwei nicht-geerntete Gärten, zwei verschiedene Routen durch Gärten unseren vielseitigen Erfahrungen. Als Betrachterin und Betrachter hat man die Aufgabe, eine eigenen Pfad zu wählen, seine Erfahrungen individuell zu ernten.

„Ob man will oder nicht, es bleiben nicht geerntete Details oder Eindrücke zurück, welche erst später ‘im Schnee‘ sichtbar werden. Man sieht, man sammelt ein, und trotzdem bleibt Vieles ungeerntet“. (Zitat: Kornelijus Užuotas).

Dalia Blauensteiner, Kuratorin Galerie DALIKO

                                                                                                                                                                                                                  

Martynas Gaubas

geb. 1980 in Litauen/Radviliškis

1999-2004 Designstudium an der Šiauliai Universität

2013-2015 Studium der zeitgenössischen Skulptur an der Kunstakademie in Vilnius

2013 Künstlerstipendium des Kulturministeriums für junge Künstler

Mitglied der Künstlerunion Litauens und der Skulpturgilde

über 40 Einzel- und mehr als 100 Gruppenausstellungen in Litauen und im Ausland (Niederlande, Schweden, Frankreich, England, Lettland, Estland, Polen, Griechenland, Georgien, Vereinigte Arabische Emirate und China)

 

Kornelijus Užuotas

geb. 1973 in Litauen/Kelmė

1991-1998 Magisterstudium an der Šiauliai Universität, Kunstfakultät

nach dem Studiensbschluß Arbeit als Lektor der Kunstfakultät

seit 2013 Direktor der Universitätsgalerie

Mitglied der Künstlerunion Litauens und der Region Žemaitija

über 80 Gruppen- und Einzelausstellungen in Litauen und im Ausland

Organisator, Initiator und Teilnehmer von diversen Symposien und Projekten in Litauen

Bühnenbildner für Theater und Autor zweier monumentaler Arbeiten im öffentlichen Raum in Šiauliai und Kelmė

 

Kornelijus Užuotas
Siesta, 80 x 100 cm, Öl auf Leinwand, 2013
Kornelijus Užuotas
Radfahrerin, 80 x 100 cm, Öl auf Leinwand, 2013
Kornelijus Užuotas
Verlust, 104 x 163 cm, Öl auf Leinwand, 2013
Martynas Gaubas
Spielendes Mädchen, Bronze, h 12 cm, 2007
Martynas Gaubas
Optimismus I, Bronze, h 28 cm, 2015
Martynas Gaubas
Migranten, Bronze, h 50 cm, 2015